Hier wird eine Rentnerin misshandelt, dort ein Jugendlicher zusammengeschlagen und wieder anderorts die Nachbarin von ihrem Mann in regelmäßiger Schönheit blutig geprügelt. Und alle sehen und hören weg. Eltern reden mit ihren Kindern nicht mehr in einem vernünftigen Ton, der Vater wird von seiner Partnerin als Arsch und die Mutter von ihrem Ehemann als Schlampe bezeichnet, das Kind ist sowieso ein Idiot und das alles wird am besten noch auf offener Straße aller Welt kundgetan. Hungrige bekommen im Tafelladen nach langem Anstehen Joghurt und Salat von vorgestern, gegen zwar geringe, jedoch durchaus im Verhältnis zum Erhaltenen noch hohe Preise und das genau neben dem Gebäude des riesigen Supermarktes. Dieser wiederum tätschelt sich mit seinen Entscheidern selbst auf die Schulter, welch Großzügigkeit doch zelebriert und was wiederum im nächsten Newsletter der besserverdienden Kundschaft auch großspurig mitgeteilt wird. Wenn überhaupt abgelaufene oder kurz vor dem Ablaufen existente Ware gespendet werden, denn die meisten kleinen und großen Unternehmen werfen die Lebensmittel lieber in die Mülltonne, da sie ja abgeschrieben werden können. Sozial sein und was verschenken? Gott bewahre, wobei auch der im heutigen Business nicht wirklich interessiert.
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